Darlehenstilgung mit Riester-Förderung

Wer Riester-Zuschüsse für die Eigenheimrente nutzt, erhält eine vom Finanzamt eine errechnete fiktive Riester-Rente, die im Rentenalter versteuert werden muss. Das Verfahren erfolgt in drei Schritten

Schritt 1:

Auch bei einem nach Riester zertifizierten Darlehensvertrag zum Kauf oder zur Herstellung einer Immobilie muss der Riester-Sparer einen bestimmten jährlichen Mindestbetrag tilgen. Nur so bekommt er die kompletten Zulagen.
Daher müssen Immobilieneigentümer auch im Jahr 2008 vier Prozent ihres Vorjahreseinkommens, max. 2.100 Euro pro Jahr tilgen. Die Zulagen müssen in die Tilgung eingebracht werden. Sie werden direkt als Tilgung in den Darlehensvertrag eingezahlt.

Auch bei dieser Riester-Art prüft das Finanzamt im Rahmen der Steuererklärung, was höher ausfällt: der Sonderausgabenabzug der Tilgungsbeiträge und Zulagen oder der Zulagenanspruch. Im letzteren Fall wird zusätzlich Steuer erstattet.

Schritt 2:

Der Tilgungsbetrag inklusive der erhaltenen Zulagen wird nach § 92 a Abs. 2 EStG fiktiv in einem sog. „Wohnförderkonto“ festgehalten und fiktiv mit zwei Prozent jährlich verzinst. Damit kann errechnet werden, wie hoch die durch die Förderung  erworbenen Rentenansprüche wären. Damit wird das Wohnförderkonto dem klassischen Riester-Sparer gleichgestellt.

Schritt 3:

Beginnt die fiktive Auszahlungsphase, hat der Eigenheimbesitzer eine Auswahlmöglichkeit. Er kann  die ermittelte fiktive Riester-Rente bis zu seinem 85. Lebensjahr im Rahmen der nachgelagerten Besteuerung mit seinem persönlichen Steuersatz zu versteuern oder den Saldo seines Wohnförderkontos auf einen Schlag.

Entscheidet er sich für letzteren Fall, erhält er eine Belohnung von 30 Prozent und muss daher nur noch 70 Prozent seines Wohnförderkontos mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern.

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