1,5 Millionen Selbstständige ab 2009 ohne Krankengeld

Wer selbstständig und zudem freiwillig in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, erhält ab dem kommenden Jahr kein Krankengeld mehr. Rechtzeitige Absicherung ist unbedingt erforderlich.

Wer im nächsten Jahr bei längerer Krankheit nicht unvermutet in Zahlungsschwierigkeiten kommen will, muss noch in diesem Jahr handeln. Denn der Gesetzgeber hat still und leise das Krankengeld für Selbstständige gestrichen. Die Gesundheitsreform hat diese Leistung ab dem 1. Januar 2009 aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gestrichen.

Wie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen mitteilt, sind etwa 1,5 Millionen Menschen betroffen. Somit erhält jedes freiwillige Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse keinen Ausgleich mehr für seinen Verdienstausfall, wenn es zudem selbstständig ist. Die gleichzeitig angebotenen Wahltarife zur Schließung dieser Lücke sind so unflexibel, dass sie durch eine privatversicherungstechnische Lösung, also über eine private Krankenversicherung gelöst werden sollte.
Da die Absicherung des Verdienstausfalls zu den unverzichtbaren Versicherungsbausteinen gehört, empfiehlt sich unbedingt ein Preis-/Leistungsvergleich zwischen den Wahltarifen der Kassen und den Krankentagegeldversicherungen der Privaten Krankenversicherungen.

Hintergrund ist, dass der Gesetzgeber die gesetzlichen Krankenkassen zwar verpflichtet hat, entsprechende Wahltarife anzubieten. Jedoch muss sich der Versicherte drei Jahre mit seinem kompletten Krankenversicherungsschutz an die gesetzliche Krankenkasse binden. Ein Ausstieg, ein Wechsel der Kasse oder der alleinige Abschluss einer eigene Krankentagegeldversicherung ist dann drei Jahre lang nicht mehr möglich oder nur zusätzlich zum Krankentagegeld in der gesetzlichen Krankenversicherung möglich.

Deshalb raten Versicherungsexperten den sicheren Weg in eine separate private Krankentagegeldversicherung. „Der Versicherte halte sich die Möglichkeit offen, seine Krankenkasse zu wechseln, wenn er es möchte. Damit erhält sich der Versicherte zudem die wichtige Flexibilität, nach der Gesundheitsreform die Kasse wechseln zu können, wenn seine bisherige Krankenkasse seinen Wünschen und Anforderungen nicht mehr gerecht würde“, so Roland Felske, Versicherungsmakler in Berlin. „Denn obwohl alle Krankenkassen einen einheitlichen Beitragssatz von 15,5 Prozent erheben werden, werden einige von ihnen von ihren Mitgliedern mögliche Zusatzbeiträge verlangen und die Beiträge damit noch weiter nach oben schreiben. Doch welche Kasse diesen Schritt gehen wird, ist derzeit nicht absehbar“, so Felske weiter.

Schreibe einen Kommentar