BU-Versicherung: Auf das Kleingedruckte achten

Wer als junger Mensch in der Folge eines Unfalls oder einer Krankheit nicht mehr arbeiten kann, verliert schnell die wirtschaftliche Grundlage. Wer sich aber zu einer Versicherung gegen Berufsunfähigkeit entschließt, sollte genau auf einige wichtige Punkte achten – zu denen in erster Linie nicht der Preis, sondern das Kleingedruckte zählt…

Einer der wichtigsten Punkte ist die Möglichkeit des Versicherers, den Versicherungsnehmer auf eine Tätigkeit zu verweisen, für die er rein theoretisch das notwendige Wissen und die Fähigkeit mitbringt, diese Tätigkeit auszuüben- auch wenn es praktisch dafür keinen Job gibt. Man nennt dies die „abstrakte Verweisungsmöglichkeit“.
Steht also in Ihrem Vertrag, dass „Berufsunfähigkeit vorliegt, wenn der Versicherte dauerhaft außer Stande ist, seinen Beruf oder eine andere Tätigkeit auszuüben, die er auf Grund seiner Kenntnisse und Fähigkeiten ausüben kann“, dann lassen Sie lieber die Finger von einem solchen Vertrag.

Dagegen kann man sich auf eine Klausel einlassen, die die Ansprüche reduziert oder beendet, wenn der Geschädigte später eine entlohnte Arbeit ausübt. Diese „konkrete Verweisung“ soll verhindern, dass der Versicherungsnehmer zwei Einkommen kassiert: Das aus dem Job und die Rente von der Versicherung.

Auch sollte darauf geachtet werden, dass der Zeitraum, der für die Bemessung des Gesundheitszustandes gewählt wird, bei stationären Behandlungen nicht länger als zehn und beim Haus- oder Facharzt nicht länger als fünf Jahre angegeben werden muss.

Wichtig ist auch die wirklichkeitsgetreue Angabe von Vorerkrankungen, so gering sie auch erscheinen mögen. Denn wenn der Versicherungsfall erst einmal eingetreten ist und der Versicherer Unregelmäßigkeiten feststellt, kann es zu Beitragserhöhungen bis schlimmstenfalls zur Vertragsaufhebung kommen – ohne Aussicht auf Leistungen und eine neue Versicherung.

Also lieber eine Erkrankung nennen und einen möglichen Beitragszuschlag zahlen, als zu schweigen und alles aufs Spiel zu setzen. Was der Versicherer „schwarz auf weiߓ vorliegen hat, kann er später nicht als Rechtfertigungsgrund für eine Leistungsverweigerung anführen. Außerdem sollte ein Beitragszuschlag dann wegfallen, wenn auch die Erkrankung auskuriert wurde, die zu diesem Beitragszuschlag geführt hat.

Auch die Angabe des richtigen Berufs kann eine Leistungsverweigerung vermeiden. Oft gibt es unzählige Unterarten eines Berufs, die zudem unterschiedliche Gefährdungen darstellen. So hat ein Zimmermann auf dem Dach eine andere Gefährdung, wie derjenige, der in einer vollautomatischen Möbelfabrik arbeitet.

Die Dauer der Versicherung klug zu wählen ist ebenfalls ein Gebot der Stunde. Denn da statistisch gesehen die meisten Menschen ab 55 Jahren berufsunfähig werden, sollte die Police natürlich nicht schon vorher auslaufen.
Umgekehrt sollte auch die Erhöhung der Police mit zunehmendem beruflichem Erfolg oder mit wachsender Familie auch ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich sein, um auch weiterhin das existenzielle Risiko abzudecken.

Verzichten Sie auch auf Policen mit der Möglichkeit einer späteren „Prämienanpassung“, denn sonst stehen während der Laufzeit unter Umständen unkalkulierbare Beitragserhöhungen bevor.

Schreibe einen Kommentar