Eine kostenlose Maklerhomepage – Bluff oder Segen?

Das Internet ist voll davon: die kostenlose Maklerhomepage. Sie richten sich an Versicherungsmakler, Finanzdienstleister und Immobilienmakler. Doch sieht man hinter den Vorhang, werden sie tatsächlich teuer erkauft. Denn man sollte sich doch wundern, wer so viel Gutes bescheren möchte, das von einer richtigen Webagentur selten unter 2.000 Euro zu bekommen ist – selbst wenn man eigene Fachinformationen dazu liefert.

Aber wer in der Finanzwirtschaft oder als Versicherungsmakler tätig ist, sollte rechnen können. Der sollte wissen, dass ein Produkt einen Preis und somit eine Wertigkeit hat. Daraus folgt wiederum, dass eine kostenlose Homepage auch keinen oder nur einen geringen Wert haben kann. Doch wer Kunden in Versicherungsangelegenheiten und Finanzdingen betreut, möchte nicht nur diese Kunden an sich binden, sondern auch neue Kunden hinzu gewinnen. Und das einzig richtige Mittel dazu ist mittlerweile die Homepage geworden. Wer Preise von Webagenturen kennt und zudem die Fachinformationen selbst liefern muss, der weit, dass ein guter Internetauftritt ein teures Vergnügen ist. Auf dieser Fährte machen sich auch Anbieter kostenloser Maklerhomepage – als ob sie etwas zu verschenken hätten. Und weil billige Lösungen unter Umständen viel mehr Geld kosten als eine Lösung mit angemessenem Preis, ist eine tiefere Betrachtung des Internets, seiner Nutzer und seiner Suchmaschinen erforderlich.

Der Programmieraufwand für eine kostenlose Maklerhomepage ist gering, denn die Produktion einer solchen Homepage beschränkt sich auf die Erstellung eines Prototypen mit einigen unterschiedlichen Designs („Templates“) mit der Möglichkeit, die Farben auszutauschen und ein Firmenlogo einzusetzen. Die Homepage beinhaltet Kontaktdaten und wenn man sorgfältig arbeitet auch ein Impressum und die Angaben zur Vermittler-Erstinformation. Dann werden Fachinformationen mit relativ geringem Umfang erstellt und durch Online-Anfrage- oder Schaden-Formular ergänzt. Eine solche Maklerhomepage, die jeder Gymnasiast aus dem IT-Leistungskurs erstellen kann, wird bei einer Bestellung beliebig dupliziert, individualisiert und als Maklerhomepage ins Internet gestellt. Die Kosten für die Einrichtung belaufen sich auf ca. 15 – 30 Minuten Zeitaufwand – es muss also kein Geld bewegt werden. Lediglich der Prototyp dieser Homepage erfordert mehr Aufwand.

Wer ist Nutzer der Maklerhomepage?

Nutzer des Internets sind traditionell junge Menschen zwischen 15 und 49 Jahren – mit immer weiteren Ausschlägen in beide Richtungen. Relevant für Versicherungsmakler und Finanzdienstleister sind die 18-jährigen am Anfang ihrer Ausbildung, die ihr Motorrad versichern wollen. Es folgen die 30-jährigen, wenn sie nach der Ausbildung eine Familie gründen wollen und anschließend die über 40-jährigen, die ihre Altersvorsorge komplettieren wollen. Wir reden über die Altersgruppe, die seit dem IT-Boom Anfang der 90er Jahre mit dem Internet erwachsen geworden sind. Und genau diese Altersgruppe kauft im Internet, bucht Urlaubsreisen und findet dort auch ihren Partner fürs Leben. Alle zeichnet eine geringe Markentreue aus, was sich auch in dem leichten Austausch seines Versicherungsbetreuers ausdrückt. Denn monatlich Tausende von generierten Leads, also Kundendatensätze, zu lukrativen Sparten wie die private Krankenversicherung, die Berufsunfähigkeitsversicherung oder Altersvorsorgeprodukte zeigen, dass man im Internet fündig wird.
3,8 Millionen jährlicher Anfragen nach Vergleichen zur privaten Krankenversicherung und 5,5 Millionen jährlicher Anfragen nach KFZ-Versicherungsvergleichen zeigen eindeutig, wo der Zug hinfährt. Und wer liegt bei den Suchanfragen der Kunden und Interessierten vorne? Die Fleischtöpfe sind nicht für die kostenlosen Maklerhomepages reserviert, sondern für die Homepages für Makler, die umfangreiche Informationen präsentieren, Fachwissen demonstrieren und somit zeigen, dass sie ihren potenziellen oder tatsächlichen Kunden auch Ernst nehmen.

Früher hatte man einen Versicherungsagenten über viele Jahre hinweg. Man besprach seine Versicherungsdinge mit ihm und schloss meist mehrere Verträge ab. Auch die Kinder bekamen das erste Mofa-Schild von der Agentur um die Ecke, die den Vater schon Jahre betreut hat. Doch wenn die Anbindung des Kunden an seinen Vermittler noch so groß wäre, dass er nur bei diesem kauft, dann dürfte es kaum Anfragen und Kontakte im Internet geben. Und an dieser Stelle hat die billige Maklerhomepage seine Lebensfähigkeit eingebüßt. Sie bietet in der Breite nicht das spezielle Wissen, das Kunden abfordern und schon gar nicht in der notwendigen Individualität, die für vordere Suchmaschinenplätze erforderlich ist. Denn Suchmaschinen wollen umfangreiche Informationen, die einzigartig sind und die sich von anderen Homepages unterscheiden. Makler können kostenlose Homepages bekommen – aber damit haben sie eine hinreichend Wahrscheinlichkeit, dass sie kein Interessent über die lukrativen Suchbegriffe findet, sondern nur für den Fall, dass sein Agenturname im Internet gefunden wird. Und auch hier gilt, dass der Kunde dann Informationen wünscht und nicht dieselben Informationen, die er in seinem Versicherungsorder findet: Name, Adresse, Telefonnummer und mit etwas Glück noch die eMail-Adresse. Das ist für gutes Internet-Marketing zu wenig.

Fazit: Eine kostenlose Maklerhomepage hat nach einer Zeit der IT-Stagnation  selbstverständlich zur Folge, dass man etwas verändern muss, will man auch im Internet erfolgreich sein. Und dann kommt die Zeit derer, die eine kostenlose Homepage verschenkt haben und bieten eine kostenpflichtige Version an oder man geht gleich zu einer Agentur, die sich auf Versicherungsmakler, Finanzdienstleister und Immobilienmakler spezialisiert hat. Vorzugsweise sollte sie ihre Wurzeln selbst in der Finanzdienstleistungsbranche haben und Kenntnisse aus Sparte, Vertrieb und Maklerbetreuung mitbringen.Eine solche Dienstleistung ist aber nie kostenlos zu bekommen.

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